30.03.2016
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01.04.2016

 

“Lieber Ben…Du schreibst über Dich selbst: Hobbyzyniker. Und die Verzweiflung wird auch an verschiedenen Stellen in Deinem Blog ersichtlich. Steht sogar als Zitat unter dem Bild Deiner Frau.
Sag mal ehrlich, würdest Du Dich und Deine Frau/Familie gerne in die Obhut eines Zynikers auf hohe See begeben? Ich spüre, wie sich mir bei dem Gedanken die Haare aufstellen…“ 

Lieber Experimentteilnehmer: Vielen Dank für deine Sichtweise und Wahrnehmungen. Und danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, so tief in mein Projekt reinzuschauen.

Du hast das ganz richtig gesehen: ich bin nicht der klassische Seebär, der unerschütterlich den Stürmen trotzt. Auch wenn das Thema Gelassenheit etwas ist, an dem ich schon lange (meist erfolglos) arbeite.

Offensichtlich geht es auf dem Meer aber auch anders. Und es gibt Menschen, die sich bei mir an Bord sehr sicher und geborgen fühlen (Das sind nicht meine Annahmen, sondern Rückmeldungen von Mitseglern).

Aus deiner Mail lese ich dein Bedürfnis, nur mit so einem Sicherheit undGelassenheit ausstrahlenden “Seebären” aufs Meer zu fahren. Da bist du bei mir vermutlich nicht richtig. Außer du suchst eine Erweiterung dessen, was du normalerweise machen würdest…

Meine eigene Haltung zum Meer und Kapitänen im speziellen ist eher so: je mehr Erfahrung ich mit dem Meer mache, desto vorsichtiger, aufmerksamer und respektvoller werde ich. Mir wäre ein Skipper mit der Haltung des unerschütterlichen Seebären, der von sich denkt, dass er alles schon gesehen hat und alles weiß und kann, eher suspekt.

Und ja, du bemerkst ganz richtig, wie sehr mich dieses Experiment verunsichert (aber nicht das Segeln!). Sollte ich das lieber verschweigen? So tun, als wäre ich ganz cool und würde mich souverän in dieses Abenteuer stürzen?  Meine Ängste und Sorgen, aber dann auch meine Freude und Glücksmomente für mich behalten? Aber wo ist dann der Sinn in dem Ganzen? Nur wenn ich und die Teilnehmer über ihre Erfahrungen berichten, können wir voneinander lernen. So wie ich von deinem Beitrag etwas lernen kann. Und da gehören die Verunsicherungen und Zweifel für mich elementar dazu.

Darum Danke für deine Teilnahme am Experiment. Es wäre mir eine Ehre, wenn du trotz deiner Bedenken über mein fehlendes Seebären-Sein, den Weg auf die Phoenix findest!

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