Fehlerkultur … mal wieder!
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21. März 2020
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Fast geschafft!

Ihr Lieben,

der englische Kanal ist erreicht. Cabo Finisterre, die Biscaya, Raz du Seine und Chenal de la Helle liegen glücklich hinter uns.

Seit Kroatien sind wir über 3.000 Meilen gesegelt (naja, oft sind wir leider auch motort, da kein Wind war).

ANAKIWA und ich kennen uns jetzt schon so gut, dass auch im Dunkeln alle Handgriffe sitzen und ich mich blind auf ihr bewegen kann. Bis nach Brunsbüttel zum Nord-Ostsee-Kanal sind es auch nur noch 600 Meilen. Eigentlich gute Voraussetzungen, um bald die ersten Gäste an Bord zu begrüßen.

Aber passend zur Tag- und Nachtgleiche stürmt es mit 8 Windstärken aus Ost durch den Kanal und der Wetterbericht rät auch die nächste Woche eher zum Verweilen. Das passt wunderbar, da hier in Frankreich der oberste Feldherr Macron den „Krieg gegen den Virus“ ausgerufen hat. Ausgangssperre inclusive (Hoffentlich braucht er keine Atomwaffen für sein Vorhaben …).

Auf dem Wochenmarkt sind mehr Polizisten als Kunden und ich darf nur mit einer selbst geschriebenen „Attestation“ einkaufen gehen, sonst kostet es 150€ Strafe. Naja, irgendwie will der Steuerausfall durch die stillgelegten Betriebe ja auch ausgeglichen werden, gelle?

Eigentlich auch für mich ein Grund mir Sorgen zu machen: Die zunächst erfreulich sprudelnden Buchungen sind seit zwei Wochen gestoppt. Offensichtlich kann sich kaum noch jemand vorstellen im August eine schöne Segelwoche auf der Ostsee zu verbringen. Zu aktuell die Angst und Sorge. Zu krass die Eingriffe in den Alltag und unsere Grundrechte.

Damit will ich nichts gegen gesunde Vorsichtsmaßnahmen wie Hände waschen und bei Krankheit zu Hause bleiben, sagen. Aber wenn wir nicht acht geben, werden wir noch an unserer Angst vor dem Virus sterben.

Schon spannend, was wir Menschen mit unserer Vorstellungskraft allein für ein Chaos anrichten können. Nur schade, dass wir nicht die gleiche Bereitschaft zum Ergreifen drastischer Maßnahmen z.B. gegen die Klimakatastrophe an den Tag legen.

Ich jedenfalls hoffe pünktlich zum Saisonbeginn in Flensburg zu sein und dann herrliche Törns mit den “Überlebenden der Seuche” zu segeln. Die brauchen dann sicher dringend Erholung.

Herzliche Grüße von Bord der Anakiwa,

Ben

1 Comment

  1. Wolfgang Lillpopp sagt:

    Seht, seht, der Skipper ist gut drauf und macht schon wieder Späße … ja, schön die restlichen 600 Sm sind doch wohl noch zu schaffen.
    Also weiter eine gute restliche Überfahrt nach Flensburg und bis bald
    LG Wolfgang

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