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10.08.2016

10.08.2016
Irgendwie ist eine neue Seuche ausgebrochen.
Zunächst ist mir nicht recht aufgefallen, was sich verändert hat. Nach Tagen auf See und vor Anker, bin ich immer erst mal etwas unsicher, wenn ich wieder an Land bin. Aber dann viel mir doch auf, dass sich deutlich etwas verändert hat. Eine gedrückte Stimmung lag über den Menschen.

Nein, nicht wirklich gedrückt. Bei genauerer Betrachtung waren sie eher alle gebeugt. Nicht vor Sorge. Aber sehr geschäftig über ihre Smartphones. Auf Bänken saßen junge Menschen einträchtig nebeneinander, jeder fixiert und wie gebannt auf dieses künstliche Spiegelchen starrend. Selbst erwachsene Menschen laufen mit dem Blick nach unten durch die Straßen, das Gerät wie einen Peilsender vor sich hertragend.

Erst dachte ich, dass ein erneuter Terroranschlag die Menschen so fesseln würde. Aber weit gefehlt: Die Lösung ist Pokemon, klärt mich mein Stegnachbar auf. Offenbar ist das hoch ansteckend und wirklich von solcher Wichtigkeit, dass selbst beim Überqueren einer Hauptverkehrsstraße ein junger Mann mich fast über den Haufen rennt, weil er seinen Bick auch nicht eine Sekunde von seinem Minibildschirm nehmen möchte.

Da lacht endlich die Sonne, die Förde glitzert und funkelt in tausend Lichtreflexen, und die Menschheit starrt auf ihre Taschenbildschirme, auf der Suche nach irgendwelchen virtuellen Dingern, die ihnen ein unbekannter Konzern vor die Nase gesetzt hat. Sicher ganz selbstlos, und nur zufällig befindet sich dann in der Nähe ein Restaurant oder Geschäft, welches für den Nutzer interessant sein könnte…

OK, jeder lenkt seine Aufmerksamkeit darauf, was ihm wichtig ist. Aber wundern werde ich mich trotzdem über die Wahl meiner Mitmenschen.

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