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22.10.2017

22.10.2017

die Saison 2017 ist zu Ende!

Phoenix steht endlich hoch und trocken in der Halle in Meldorf.

Wie ist es 2017 gelaufen?

Hier ein paar vorläufige Zahlen und Gedanken:

  • 53 Menschen waren an Bord zu Gast.
  • 17 Törns wurden gesegelt.
  • 3,1 Menschen waren durchschnittlich pro Törn an Bord.
  • 5 Menschen haben z.T. sehr kurzfristig wieder abgesagt.
  • 3 Menschen haben (bisher) finanziell nichts beigetragen.
  • 26.239,47€ wurden dem Projekt und mir bisher geschenkt (Aber das Jahr ist ja noch lang …), ein neuer Film und eine Woche Mitarbeit bei den Winterüberholungsarbeiten.
  • 1.530€ davon sind von Menschen, die selber nicht mitgefahren sind.
  • 495,08€ wurden im Durchschnitt von Mitseglern geschenkt.
  • 623,70€ hätten es zur Kostendeckung bei 53 Teilnehmern durchschnittlich sein müssen.
  • 6.825,53€ beträgt zur Zeit der Fehlbetrag.
  • 186€ war der niedrigste Betrag, der mir von einem/einer Mitsegler/in geschenkt wurde.
  • 1.471€ der höchste.

Und wie geht es mir damit?
Ich bin glücklich, weil ich – wie schon im letzten Jahr – ein solche Vielzahl an spannenden und anregenden Menschen treffen durfte. Mein Horizont wurde auf vielfältige und oft überraschende Weise erweitert. Meine Vorurteile, wie denn jemand sein wird – gefällt meist schon bei dem ersten Händeschütteln – wurden im Lauf der jeweiligen Woche immer (!) widerlegt.

Und es war eindeutig zu viel: Wenn am Samstag morgens die alte Crew nach einer intensiven Woche von Bord ging, blieb neben Putzen, Tanken und Einkaufen einfach zu wenig Raum, um die Eindrücke wirklich zu würdigen. Das ging so oft für sechs Wochen am Stück. Auf Dauer nicht wirklich gesund und nachhaltig für mich selber. Und auch die einzelnen Begegnungen konnte ich so nicht immer wirklich wertschätzen. Meine Familie habe ich dabei auch zu lange nicht gesehen. Das werde ich in Zukunft anders machen.

Mein vorläufiges Fazit: Intensiv, beglückend, für mich persönlich und meine Familie aber nicht “nachhaltig“.

Mein Wunschkonzept für 2018 wäre es, jeweils zwei Wochentörns zu segeln, und dann zwei Wochen bei meiner Liebsten und meinen Kindern zu sein. Ob und wie das dann finanziell noch aufgeht, kann ich im Moment nicht sagen.

Das führt mich nahtlos zu meinem Hauptthema (neben dem Segeln, den Menschen und der Liebe): Geld.

Genauer: dessen Verteilung und Fließeigenschaften.

Auch hier gilt: Ich bin glücklich! Wer von euch hat dieses Jahr 26.000€ geschenkt bekommen? Und noch dazu von so vielen Menschen? Meine Tochter würde lakonisch anmerken: „Voll krass, Alter“.

Auch hier haben sich meine Vorurteile den Menschen gegenüber oft als nicht haltbar erwiesen.
Besonders gilt das für ein Vorurteil mir selber gegenüber: Was ich mache, ist nicht wirklich “wertvoll“, ist kein ernst zu nehmender Beitrag zu dieser Gesellschaft. Dieser Satz gilt so nicht mehr, denn in mir ist in den letzten zwei Jahren ein schönes Bewusstsein dafür entstanden, dass meine Fähigkeiten und mein Sein Gewicht haben. Und das ganz unabhängig von den tatsächlich geleisteten Beiträgen der Mitmenschen. Und dass es für die Zukunft auch vollkommen OK sein kann, einen Preis zu nehmen, der die Kosten deckt und meiner Familie und mir ein entspanntes Leben ermöglicht.

Aber welcher Preis wäre das?

Eigentlich kann es sich da nur um ein relatives Konstrukt handeln: Für die Studentin, die für ihren Beitrag mehrere Wochen ihres Sommerjobs eingesetzt hat, fühlten sich ihre selbstgewählten 550€ grenzwertig viel an, und trotzdem noch nicht wirklich genug. Der beamtete Lehrer fand seine 350€ sicherlich in seiner momentanen Situation ebenso angemessen.

In mir bleibt bei beiden Beispielen ein Unbehagen. Wie schwer ist es für mich, diese individuelle Verhältnismäßigkeit nicht zu beurteilen!

Zuflucht bietet da scheinbar der Gedanke, doch einfach die Lebenszeit als Maßstab zu nehmen: Jeder gibt so viel, wie er mit einer Woche Lebensarbeitszeit verdient. Damit wäre zumindest für die Mitsegler untereinander eine gewisse Fairness hergestellt.

Pech könnte auch bei dem Modell für mich und meine Familie sein, wenn dann am Ende trotzdem nicht genügend Geld zusammen kommt, weil z.B. mein Angebot eher Menschen mit niedrigen Einkommen anspricht? Wie das ausgleichen? Irgendwie ein echt komplexer Balanceakt. Ich habe dafür noch keine befriedigende Lösung…Ein Grund, weiter zu experimentieren?

 

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