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27.07.2018

Maßlos – Grenzen des Wachstums in dänischen Häfen.

Im alten Stadthafen von Aerö ist normalerweise Platz für 30 bis 50 Segelyachten. Jetzt in der Hochsaison ist er überfüllt mit riesigen Motoryachten. 60 Fuß lang, 5 Meter breit. Es braucht nur wenige von diesen Monstern, und schon ist der Hafen halb voll.

Auf so einem „Röchelfelsen“ – wie meine Kinder die Dinger früher etwas mitleidig genannt haben – befinden sich meist auch nur zwei bis drei Menschen. Diese benötigen aber für ihr schimmerndes Statussymbol so viel Raum wie 4 bis 6 normale Segelyachten. Also ein Nettoverlust an Besuchern für die Insel, nur teilweise ausgeglichen durch etwas höhere Hafengebühren.

Da es offensichtlich einen Trend zu immer größeren Schiffen gibt, und das leider nicht nur bei Motoryachten, ist absehbar, wann im Hafen nur noch Platz für drei bis vier solcher Scheußlichkeiten sein wird. Und dann irgendwann nur noch Platz für einen.

Was machen dann die, die keinen Platz mehr haben?

Und wird der Hafen dann noch so idyllisch sein, wie er es im Moment (noch) ist? Oder bauen wir einfach einen größeren Hafen? Aber der wird dann sicher nicht mehr den alten Charme haben?

Freiwillig Maß zu halten scheint mir eine der wirklich relevanten Kulturtechniken zu sein, wenn wir als Menschen halbwegs harmonisch zusammen leben wollen.

Wie lernen wir das?

 

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