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01.06.2016

01.06.2016
Welche Menschen haben in den ersten vier Wochen ihren Weg zu mir an Bord gefunden?
Die Bandbreite ist beeindruckend: Da war der junge Mann von 19 Jahren, der auf seiner sehr eigenwilligen und selbstbewußten Suche nach seiner Lebensaufgabe Seeluft schnuppern wollte. Zwei Studentenpaare Mitte zwanzig, davon die einen ganz klassisch Lehramt und BWL, auch wenn die Verteilung der Fächer eher unklassisch den Mann im Lehramt und die Frau bei der BWL verortete.
Die anderen  in der Ausbildung zur Kamerafrau bzw. zum Kommunikationsdesigner, was mir unverhofft einen kurzen Film über das Segeln auf der Phoenix bescherte, den es bald auch hier zu sehen geben wird.
Der Artdirektor eines namhaften deutschen Verlages, frisch wegrationalisiert und gerade eher auch auf der Suche nach den nächsten Schritten im Leben. Ein bei der Stadtverwaltung angestellter Architekt und die Mitarbeiterin einer Versicherung, die ihren Partner in die Verunsicherung des Segeln mitgebracht hatte und selber auf der Suche nach der für sie richtigen Balance zwischen Sicherheit und Lebensabenteuer ist.

Danke, dass ihr so verschiedenen Menschen euch zu mir an Bord gewagt habt! Ihr habt meine Sicht auf die Welt um einige Details erweitert und mich mit eurer Offenheit und Bereitschaft dabei zu sein und euch einzubringen, beschenkt.

Und wie läuft es auf meinem Expeditionskonto?
Wenn die Bereitschaft meiner Mitsegler zur Beteiligung auch an den finanziellen Aspekten des Experiments so bleibt wie in den ersten 4 Wochen, kommen so eben die Kosten für den Unterhalt der Phoenix in 2016 zusammen.

Daraus könnte ich jetzt machen (und ein Teil in mir neigt stark zu dieser Interpretation der Fakten): Das Schiff hat ihnen gefallen, der Skipper ist ihnen keinen müden Euro wert.
Das wäre die Opfergeschichte.

Oder aber so: Durch meine Zweifel an der Integrität der Menschen, zwinge ich sie dazu, mir meine beiden Glaubenssätze immer wieder neu zu bestätigen: Wir sind als Menschheit noch nicht so weit für echte Brüderlichkeit und ich bin es mir selbst nicht Wert, dass mein Auskommen von anderen Menschen getragen wird.

Dazwischen gelingt es mir immer mehr, einfach nichts mehr zu wollen. Dann kann ich das ganze Projekt vergessen und los lassen. Dann ist es mir tatsächlich für kurze Phasen gleichgültig, ob und wieviel zusammen kommt. Zur Not kann ich ja immer noch im Winter eine normale Arbeit machen, um eventuelle Schulden abzuarbeiten…

Mein Ziel ist es aber wirklich zu Vertrauen. In die Menschen. In meine Idee. In das Ideal. In meinen Wert und daran, dass es Sinn macht, was ich da tue. Gar nicht so einfach…

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