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Kopf in den Sand und volle Pulle für den Wandel?

Liebe Planetenbewohnerinnen und Bewohner,

mit trauriger Regelmäßigkeit haben sich nun in den letzten 20 Monaten die Rufe solcher Kassandras wie ich eine bin, als leider überwiegend berechtigt und zutreffend herausgestellt.

Wir haben ihnen (fast) nie gedankt. Wir haben ihnen immer wieder Unmut und Widerstand entgegen gebracht. Sie haben zu hören bekommen: „Da spricht doch nur die Angst aus euch. Mit solchen Visionen und Erwartungen zieht ihr genau das herbei…“ etc.

Bei allem Respekt vor einer liebevollen und positiven Grundhaltung dem Leben und den Menschen gegenüber könnte es momentan trotzdem sinnvoll sein, die Gabe dieser Menschen mehr zu würdigen. Es könnte sogar sinnvoll sein, sie in die Arbeit des Kulturwandels bewußt zu integrieren.

Sicher: wir waren und sind mit unseren Einwänden oft unbequem. Unsere Botschaften machten Angst oder erschienen zunächst übertrieben pessimistisch und negativ. Niemand hört gerne schlechte Nachrichten. Aber vielleicht braucht es in Zeiten des Umbruchs und sich rapide verändernder gesellschaftlicher Realitäten gerade auch diese Fähigkeiten der Ahnung und Vorausschau? Sie könnten unsere Seismographen für zukünftige Risiken und Gefahren, aber auch für die darin liegenden Chancen sein.

Klar ist die Balance zwischen Angst und Sorge auf der einen Seite und Mut, Liebe und Zukunftsvertrauen nicht leicht zu halten. Vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der letzten 20 Monate erscheint es mir aber fatal, wenn ich meinen Blick davon abwende. Natürlich würde es mir persönlich deutlich besser gehen, könnte ich das Corona-Geschehen und die damit verbundenen Veränderungen und Tendenzen einfach ausblenden und mich ausschließlich mit Projekten der Freude befassen. Und natürlich ist die Wirkung einer solchen Freude-Vermehrung nicht hoch genug einzuschätzen für mich und damit für meine Umgebung.

Meine Sorge ist aber im Moment, dass wir, die wir unsere Energie komplett dieser Aufgabe zuwenden, uns eines Tages unversehens in einer Welt wiederfinden, die für uns inakzeptabel ist. Und dass wir auf dem Weg dahin Chancen und Fenster übersehen haben und ungenutzt ließen, eben weil wir aus guten Gründen – und Absichten – den Fokus nicht darauf gelenkt hatten!

Wenn es also angebracht ist, sich der Zumutung der Weltbeobachtung auszusetzen, stellen sich gleich zwei wichtige Fragen:

1. Wie finde ich einen Weg, die Welt und ihre Entwicklung ganz bewußt und realistisch im Blick zu behalten und nicht daran zu verzweifeln oder gar Schaden zu nehmen (und da ist Depression nur eine der möglichen Folgen)?

2. Wie kann ich meine Beobachtungen und Ahnungen konstruktiv für die Entwicklung unserer Gesellschaft nutzbar machen?

Für mich liegt hier eine große Herausforderung für die nächste Zeit. Ganz persönlich, aber auch als Gemeinschaft der PlanetenbewohnerInnen.

Liebe Grüße,

Ben

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