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Kurswechsel?

Es ist zum Verrückt werden. Da schreibt Herr Wiehler vom RKI, dass wir eine sechsfach höhere Dunkelziffer bei den Neuinfektionen haben. Und die Krautreporter sekundieren beflissen: „die Deutschen haben sich nicht genug angestrengt“.
Noch vor einigen Monaten erklärten sie in einem der wenigen, nicht von Meinung tropfenden Artikel, den Unterschied zwischen positiv getesteten, tatsächlich Infizierten und Kranken. Trotzdem schreiben sie weiter fröhlich und pauschal von Infektionszahlen, wenn es um positiv getestete geht und die Welt droht natürlich jetzt unterzugehen.
Könnte es sein, dass wir unsere Anstrengungen einfach in die falsche Richtung lenken? Dass selbst ein Total-Lockdown mit Einzelisolierung aller Menschen im Land nicht verhindern wird, dass wir, wenn wir testen, positive Ergebnisse bekommen? Weil dieser Virus sich längst viel weiter ausgebreitet hat, als wir denken? Weil unsere Idee und Strategie von Verlangsamung und Eindämmung einfach mittlerweile Quatsch ist, da es dafür längst zu spät ist?

Das Ding ist durch und eine bisher unbekannte Zahl hat sich bereits großflächig angesteckt. Und ja, Menschen mit Vorerkrankungen und sehr alte Menschen können und werden daran sterben. Das ist für jeden Einzelnen und seine Angehörigen schrecklich. Trotzdem muß sich eine Gesellschaft die Frage der Verhältnismäßigkeit der Gegenmaßnahmen stellen. (Nach wie vor ist HUNGER für viele Menschen weltweit deutlich bedrohlicher. Allein 2019 starben 3,1 Millionen Kinder unter 5 Jahren an den Folgen von Unterernährung. Dagegen stehen bisher 1,5 Millionen an – oder mit – Covid-19 gestorbene weltweit).

Vielleicht hilft mal wieder ein vergleich aus der Seefahrt: Wenn ich bei 8 – 9 Beaufort versuche auf dem offenen Meer gegen den Wind zu Motoren, darf ich mich nicht wundern, dass ich selbst mit Vollgas kaum nach Luv komme. Der kluge Seemann dreht bei, oder läuft ab.
Vielleicht ist ja jetzt endlich die Zeit gekommen, wo wir akzeptieren, dass wir diesen Virus nicht mehr eindämmen können. Dass wir mit „volle Kraft dagegen“ nichts erreichen können, bzw. sogar rückwärts fahren. Dass es eben keine Frage der Anstrengung mehr ist, sondern eine der Richtung. Dass es jetzt Sinn macht, die Energie endlich darauf zu lenken, unser individuelles und kollektives Immunsystem zu stärken. Und dass wir dringend die durch den Virus offensichtlich gewordenen Schwachstellen in einigen der entscheidenden Systeme unseres Landes – und weltweit – angehen müßen. Und da wäre das kommerzialisierte Gesundheitssystem, in dem immer weniger Menschen Lust haben zu arbeiten, nur der Anfang!

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