Kurswechsel mit Echo
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30. Juli 2021
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Verkauft!

So ihr Lieben,

nach langer Pause endlich wieder ein Lebenszeichen von mir. Ich werde mich in Zukunft wieder häufiger hier äussern. Obwohl- oder auch gerade weil ich das Segeln vorrübergehend aufgeben muß.

Hier kommt jetzt die gute Nachricht:
ANAKIWA ist verkauft. In gute Hände, die sie wirklich nutzen werden. Darüber freue ich mich sehr!
Dankbar bin ich auch dafür, dass ich sie noch bis September weiter nutzen darf.

Und damit kommen wir schon zu den weniger erfreulichen Nachrichten:
Wer mich hier gelegentlich als ewig schwarzsehende Kassandra erlebt hat, mag sich jetzt vielleicht endlich einmal selber fragen, ob ich nicht doch eine gewisse Fähigkeit habe, die Dinge zu erkennen und zu benennen?
Immer wieder wurde ich gefragt, warum ich denn verkaufe? Das wird doch schon wieder. Spätestens in einem Jahr ist alles vorbei und dann ärgerst du dich …
Ja, ihr lieben Klugscheisser. Leider seid ihr im Irrtum. es wird nicht besser. Es wird schlechter! Durften wir letzten Sommer noch tatsächlich das gewaltige Risiko eingehen und fast 2,5 Monate ungestört Segeln, hat sich dieser Sommertraum in diesem Jahr auf nur einen knappen Monat beschränkt: Genau von Ende Juni bis 24. Juli durften wir nach Dänemark segeln, ohne uns einem aufwändigen Testverfahren zu unterziehen.
Ab dem 25. Juli gilt nun: Wer aus Dänemark zurück kommt, muß sich testen lassen.
Das ist doch nicht so schlimm, sagst du nun. Leider hast du hier nicht recht: Nimm an, einer meiner Mitsegler hat einen positiven Schnelltest. Dann wird sofort ein PCR-Test für den nächsten Tag angeordnet. Das Ergebnis liegt nach einem Tag vor (hoffentlich). Dauer der Prozedur also im besten Fall zwei Tage. Solange müssen alle Crewmitglieder in Quarantäne. Jetzt stell dir vor, was mit den für den nächsten Törn angereisten Mitseglern passiert: Im Besten Fall können sie also am Sonntag an Bord kommen (Falls die Labore über das Wochenende so schnell sind und falls sie im überfüllten Flensburg so schnell noch ein Zimmer bekommen …). Könnte aber auch sein, dass es ein “echter” Infektionsfall ist. Dann fällt der Törn aus. Und der nächste auch. Wirtschaftlicher Schaden für mich 7.000€ und ein Riesenfrust für die Gäste, die zwar angereist sind, deren Urlaub aber plötzlich und ohne Vorwarnung in’s Wasser fällt.

Selbst wenn alle geimpft wären, würde das nur insoweit helfen, als ich bei einem positiven Ergebniss mich bereits nach 5 Tagen “freitesten” könnte, anstatt nach 14 Tagen. Bleiben mir trotzdem 6 frustrierte Mitsegler, die bestimmt nächstes Jahr nicht wieder kommen werden.
Und das alles bei einem Törnangebot, wo der direkte Kontakt zu Dänen sich auf das Kaufen eines Eises beschränkt und damit die reale Gefahr einer Infektion bei nahezu Null liegt, denn dafür müsste es nach akteullem Stand eine Exposition von mindestens 15 Minuten geben. So lang sind die Schlangen vor den dänischen Eisbuden aber nun auch wieder nicht …

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